Die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek, Wiege der Weimarer Klassik und eine universale Schatzkammer mit einem einzigartigen Ensemble aus Bibliothek, bildender Kunst und Architektur, ist am Abend des 2. September 2004 von einem Feuer heimgesucht worden. Das historische Stammhaus der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek sowie große Teile des dort aufbewahrten, rund 120.000 Exemplare umfassenden historischen Buchbestandes sind durch den Brand weitgehend zerstört oder in großen Teilen beschädigt worden. Mehr als 500 Helfer, Feuerwehrleute, Mitarbeiter der Stiftung, freiwillige Helfer, viele Weimarerinnen und Weimarer, haben in den Tagen und Nächten nach dem Brand wertvolle Kunstwerke und zehntausende Bücher evakuiert.
Die Schäden durch das Feuer sind erheblich: Große Teile des Dachstuhles und des Dachgeschosses vom Stammhaus sind zerstört, verkohlte Dachbalken mußten abgetragen werden. Der berühmte Rokokosaal (1761–1766 erbaut), Herzstück der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Bibliothek, ist gravierend betroffen und wird nach einer aufwendigen Trockenlegung des Gebäudes grundlegend restauriert werden müssen. Schätzungsweise 25.000 bis 30.000 Bücher wurden Opfer der Flammen, darunter die kulturhistorisch bedeutende Musikaliensammlung der Herzogin Anna Amalia mit Büchern zur Musik und Notenhandschriften aus der Zeit des 18. Jahrhunderts. Zerstört wurde auch die wertvolle Sammlung mit Büchern und Handschriften des 16. bis 18. Jahrhunderts, die von dem ersten Bibliothekar, Konrad Samuel Schurzfleisch, zusammengetragen wurde und 1722 an die Bibliothek überging.
40.000 gerettete Bücher weisen starke Beschädigungen durch Löschwasser auf. Sie wurden in das Zentrum für Bucherhaltung nach Leipzig transportiert und dort gefriergetrocknet, um sie zu einem späteren Zeitpunkt restaurieren zu können.
Seit wenigen Tagen ist die Verlustliste im Internet zu finden, allerdings nur als Suchliste über http://www.anna-amalia-bibliothek.de bzw. http://weias.ub.uni-weimar.de:8080/DB=2.2/LNG=DU/. Unter den Stichwörtern: Studentenverbindung, Studentica, Burschenschaft, Korps oder Corps, Burschenlieder, oder bei der Suche nach bekannten Autorennamen (z. B. Konrad, Bilderkunde) wird deutlich, daß auch viele Studentica verbrannt oder durch Ruß und Löschwasser unbrauchbar geworden sind.
Die Gemeinschaft für deutsche Studentengeschichte e. V. ruft daher ihre Mitglieder und Freunde zu einer von ihr koordinierten Hilfsaktion auf. Wer kann z. B. Doubletten seiner Sammlung (ausschließlich im weitesten Sinne Studentica) abgeben?
Bücherspenden zur Weiterleitung erbittet die GDS an die Adresse GDS-Institut, Pontanusstraße 55, 33095 Paderborn. Dort werden die Gaben gesammelt und zu gegebener Zeit nach Weimar expediert.

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