akadpress / 21.12.1997
Berlin: FU verliert die Hälfte ihrer Professoren
Die Freie Universität verliert bis zum Jahr 2003 die Hälfte ihrer Professoren. Die drastischen Haushaltskürzungen – bis zum Jahr 2003 erhält die FU 225 Millionen DM weniger an Zuschüssen – zwingen die Universität zu Strukturveränderungen, bei denen die Zahl der Professoren von 720 im Jahr 1992 auf 368 im Jahr 2003 verkürzt wird. Das bisherige Fächerspektrum der FU soll dennoch beibehalten werden. Die Professuren verteilen sich nach einem Beschluß des Senats im Verhältnis von 2:1 auf die Geistes- und Sozialwissenschaften und die Naturwissenschaften.
akadpress / 17.12.1997
Marburg/Freiburg: Burschenschaften verlassen Dachverband
Die Burschenschaften Alemannia Marburg und Franconia Freiburg haben ihren bisherigen Dachverband, die Deutsche Burschenschaft (DB), jetzt verlassen. Gründe für diesen Schritt wurden bisher nicht mitgeteilt.
akadpress / 15.12.1997
AGV: Solidarität mit protestierenden Studenten
Ihre Solidarität mit den derzeitigen Studentenprotesten gegen die miserablen Studienbedingungen und den Verfall unseres Bildungssystems erklärte in Bonn die Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV). Die Sparzwänge der öffentlichen Haushalte und die Versäumnisse der Politik in den zurückliegenden Jahren dürfen nach Auffassung der AGV nicht länger zu Lasten der Qualität der Bildung gehen und vornhemlich auf dem Rücken der Studierenden ausgetragen werden. »Die Grenze des Erträglichen ist erreicht!« heißt es in einer jetzt veröffentlichten Erklärung. – Die AGV repräsentiert in ihren acht Mitgliedsverbänden rund 12.000 Studenten an den deutschen Universitäten und Hochschulen.
akadpress / 15.12.1997
Arme Hochschulen
Die finanzielle Ausstattung von Universitäten und Fachhochschulen hat mit den rasant steigenden Studentenzahlen bei weitem nicht Schritt gehalten: Mit 15.260 DM je Student gaben die Länder im vergangenen Jahr real ein Fünftel weniger aus als 1981. Einschnitte von über einem Drittel mußten dabei die Studenten in Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen verkraften. Um den Versorgungsgrad von 1981 wiederherzustellen, müßten die Länder zusätzlich 6,5 Milliarden DM an die Hochschulen überweisen. – Auch der für Hochschulbau und Forschungsförderung verantwortliche Bund ist nicht ganz schuldlos an der Finanzmisere. So steuert der Wissenschafts- und Forschungsminister heute nur noch jede zehnte Mark zum Hochschulbudget bei – vor fünf Jahren war es immerhin noch jede achte. Überdies plant der Bund bis 2001 weitere 15% beim Hochschulbau und sogar 30% beim BAföG einzusparen. (Quelle: idw)
akadpress / 15.12.1997
Erste katholische Studentenverbindung in Litauen
In Litauen hat sich die erste katholische Studentenkorporation gegründet. Die an der Technologischen Universität Kaunas gegründete »Tautito« hat die Prinzipien »Volk – Katholischer Glaube – Wissenschaft« und führt die Farben grün-schwarz-gelb. 38 Studentinnen und Studenten haben auf der Gründungsversammlung einen Aufnahmeantrag gestellt.
akadpress / 6.12.1997
Frankfurt: Korporationen dürfen in der Paulskirche feiern
Jetzt ist es amtlich: Die Frankfurter Paulskirche steht am 4. Oktober 1998 den Akademikerverbänden, darunter der Deutschen Burschenschaft (DB), für einen Festakt zur Verfügung. Noch im Früjahr hatte Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) der Burschenschaft alleine eine Veranstaltung zur 150. Wiederkehr des Paulskirchen-Parlaments unter Hinweis auf die »Nähe der Burschenschaft zu rechtsradikalen Organisationen« versagt. Gegen die gemeinsame Veranstaltung der Akademikerverbände sprachen sich jetzt nur noch Bündnis 90/Die Grünen aus. – Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth hat ihre Teilnahme an der Veranstaltung bereits zugesagt.
akadpress / 1.12.1997
Bochum: Keilarbeit übers Internet
Daß die Präsenz studentischer Verbindungen im Internet Früchte tragen kann, erlebte jetzt die Bochumer Landsmannschaft Ubia Brunsviga. Kaum zwei Wochen nach Einrichtung ihrer Homepage (http://www.ruhr-uni-bochum.de/ubia-brunsviga/) wurde jetzt das erste Neumitglied in diesem Wintersemester aktiv. Der Kontakt kam über das Internet zustande.
akadpress / 29.11.1997
Wien: Korporationen feiern »Revolutionskommers«
In Erinnerung an das Revolutionsjahr 1848 feiern die Wiener Korporationen und ihre Gäste am 16. Mai 1998 in der Wiener Hofburg einen »Revolutionskommers«. Veranstalter ist der Wiener Korporationsring (WKR), bisher bekannt als Ausrichter des im Januar eines jeden Jahres ebenfalls in der Hofburg stattfindenden »WKR-Balles«.
akadpress / 29.11.1997
Studentengeschichte: GDS erwartet ihr 2.000 Mitglied
Mit einer Aktion besonderer Art wirbt die Gemeinschaft für deutsche Studentengeschichte (GDS) zur Zeit um weitere Mitglieder, denn bis zum Jahresende soll die 2.000er-Schwelle möglichst überschritten werden: Jedes neue Mitglied erhält als Begrüßungsgeschenk entweder kostenlos das Korporationshandbuch Die Fuxenstunde (232 Seiten, Ladenpreis DM 29,80) oder ein druckfrisches Exemplar des Lexikon der CV- und ÖCV-Verbindungen (832 Seiten, mehr als 900 Abbildungen, Ladenpreis DM 128,–) zum Begrüßungspreis von DM 49,80. – Die GDS vereinigt Mitglieder aus mehr als 50 Korporationsverbänden. Mitglieder (Jahresbeitrag ab DM 28,–) erhalten viermal jährlich die Mitgliederzeitschrift Studenten-Kurier und in loser Folge kostenlose Buchgaben, sie profitieren vom Seminarangebot der GDS und können viele studentengeschichtliche Veröffentlichungen zu Sonderpreisen beziehen. Probeexemplar des Studenten-Kurier und Informationen bei: gds@gmx.de. Oder: Bestellformular laden und mit dem Adobe Reader ausdrucken.
akadpress / 29.11.1997
Rostock: Proteste gegen Studententag von CC und DS
Vom 2. bis 4. Januar veranstalten der Coburger Convent (CC) und die Deutsche Sängerschaft (DS) in Rostock ihren Studententag 1998. Das Motto der Veranstaltung lautet: »Der freie Bürger – Gestalter der offenen Gesellschaft«. Gegen den Studententag protestiert eine »Gruppe Nie mehr Untertan, nie mehr Elite – Gleiches Recht für alle«. In einer Unterschriftenaktion gegen die Durchführung der Veranstaltung heißt es u. a.: Er [der CC] vereinigt 104 zum größten Teil rechtsradikale studentische Verbindungen ... Für das Treffen in Rostock werden ca. 500 Burschenschaftler und Alte Herren, sowie einige namhafte Rechtsradikale erwartet. In der Vergangenheit sind häufig rechte Gruppen als Sicherheitskräfte eingesetzt worden. Rostock darf nicht zum Reiseziel rechter Burschenschaftler aus dem gesamten Bundesgebiet werden. Dem Coburger Convent dürfen keine Räumlichkeiten zur Verbreitung ihrer inhumanen Ideologie zur Verfügung stehen.
akadpress / 28.11.1997
München: Burschenschaften fusionieren
Drei Mitgliedsverbindungen der Deutschen Burschenschaft (DB) in München haben fusioniert: Die PC Apollo, Babenbergia und Guelfia haben sich zur neuen Burschenschaft Franco-Bavaria zusammengeschlossen. Die neue Verbindung trägt die Farben schwarz-rot-gold.
akadpress / 27.11.1997
Bonn: Studentenproteste auf dem Höhepunkt
40.000 Studentinnen und Studenten haben heute in Bonn friedlich gegen die Finanzmisere an deutschen Hochschulen und die Sparpolitik von Bund und Ländern in der Bildungspolitik protestiert. Beklagt werden zu wenig Dozenten, zu wenig Räume, fehlende Bücher und veraltete Laboratorien. Die Studierenden fordetern auch ein Verbot von Studiengebühren. Eine Studentendemontration dieser Größenordnung gab es zuletzt vor 20 Jahren.
akadpress / 27.11.1997
Sondershäuser Verband mit neuem Präsidium
Der Vertretertag des Sondershäuser Verbandes hat am 22.11.1997 das Präsidium 1998 gewaehlt: Neuer SV-Präside ist Thomas Bachmann, die Kasse wird von Karsten Ockenfels geführt, Schriftwart ist Martin Schütz. Alle drei sind Mitglieder der AMV Fridericiana Marburg. Als Pressesprecherin wurde Kathrin Brüschke (StMV Blaue Sänger Göttingen, AMV Arion Dresden) im Amt bestätigt. Das neue Präsidium übernimmt die Amtsgeschäfte am 10.1.1998.
akadpress / 27.11.1997
Jeder vierte Schüler erwirbt die Hochschulreife
Jeder vierte Schüler in Deutschland verläßt die allgemeinbildende Schule mit dem Abitur; in kreisfreien Städten schafft es sogar jeder dritte. Von den Studienberechtigten, die im Sommer 1996 die Schule verließen, waren 76% klassische Abiturienten, 24% der Absolventen hatten eine Fachhochschulreife oder eine fachgebundene Hochschulreife. Da die größeren Städte im Regelfall über eine besonders gute schulische Infrastruktur verfügen, liegen die Abi-Quoten hier traditionell höher als auf dem flachen Land Spitzenreiter in der Abi-Rangliste der kreisfreien Städte ist Darmstadt (dort verlassen fast 54% der Schüler die Penne mit Abitur), gefolgt von Bonn (47,1 Prozent) und Münster (46,4 Prozent). Schlußlichter sind Kaufbeuren (18,1 Pozent), Fürth (18,1 Prozent) und Salzgitter (15,5 Prozent). Die ostdeutschen Abiturienten haben ihren westdeutschen Schulkameraden inzwischen den Rang abgelaufen: So liegt die Abi-Quote Ost derzeit bei 26,8%, in den alten Ländern dagegen unverändert bei 24,4%. (Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft, Köln
akadpress / 26.11.1997
Bochum: Prof. Dietmar Petzina zum neuen Rektor gewählt
Mit der knappen Mehrheit von 22 zu 20 Stimmen wurde heute Prof. Dr. Dietmar Petzina (Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Fakultät für Geschichtswissenschaft) vom Konvent der Ruhr-Univerität Bochum zum neuen Rektor gewählt. Petzina löst Rektor Prof. Dr. Manfred Bormann ab, der aus Altersgründen nicht mehr kandidieren konnte. Der neue Rektor tritt sein Amt am 10. Janauar 1998 an; seine Amtszeit dauert vier Jahre.
akadpress / 10.11.1997
Bochum: Erstes Campus-Radio in NRW on air
Seit heute ist »Radio c. t.« mit eigener Frequenz (96,9 MHz) auf Sendung. Damit ist Radio c. t. das erste Campus-Radio in NRW und das bislang einzige wirklich studentische Hochschulradio in Deutschland. Lizenznehmer ist ein Trägerverein, dem überwiegend Studierende angehören. Für Programmvielfalt sorgen rund 40 Studierende aus fast allen Fächern der Ruhr-Universität und der Fachhochschule Bochum, indem sie ihren Sender in fünf Ressorts aufgeteilt haben: »Unterhaltung«, »Campus-Aktuell«, »Kultur«, »Musik« und »Wissenschaft« teilen sich die Sendezeit und versorgen die Hörerinnen und Hörer mit Campus-Nachrichten, Features, Comedy sowie Beiträgen aus Wissenschaft und Hochschulpolitik.
akadpress / 10.11.1997
Arbeitsmarkt: Juristen schauen in die Röhre
In keiner anderen Berufsgruppe hat sich die Schere zwischen offenen Stellen und Arbeitslosen so weit geöffnet wie bei den Juristen. Nach einer Statistik des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln kamen auf ein Job-Angebot kamen zuletzt 52 stellenlose Bewerber – im Jahr 1995 waren es erst 37. Bei den Naturwissenschaftlern waren es 34, bei Geisteswissenschaftlern 30 Bewerber je freie Stelle, bei den Wirtschaftswissenschaftlern 15. Besser stehen Publizistische Berufe (11 Bewerber je Stelle), Ingenieure (10), Ärzte und Apotheker (6) und Sozialarbeiter (5 Bewerber je Stelle) da. Die Zahlen beziehen sich auf den Arbeitsmarkt in Westdeutschland.
akadpress / 17.11.1997
Marburg: »Antikorporativer Stadtrundgang« geplant
Im Rahmen einer vom Marburger »Projekt Konservatismus und Wissenschaft« für den 30. Januar 1998 geplanten Veranstaltung mit dem Titel »Alte und neue Rechte an den Hochschulen« ist auch ein »Antikorporativer Stadtrundgang« geplant. Daneben gibt es eine Arbeitsgemeinschaft zum Thema »Blut und Paukboden – Männerbünde, Burschenschaften und Extreme«. Eine im vergangenen Jahr vom »Projekt Konservatismus und Wissenschaft« durchgeführte Veranstaltung mit ähnlicher Thematik war vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie mit öffentlichen Mitteln gefördert worden.
akadpress / 8.11.1997
Bonn: Todesopfer bei Brand auf Corpshaus
Bei einem Brand auf dem Haus des Corps Rhenania in Bonn ist ein dort nächtigender Gast, Mitglied eines Trierer Corps, ums Leben gekommen. Brandursache war möglicherweise ein defekter Halogenstrahler. Zwei Stockwerke des Hauses brannten aus.
akadpress / 6.11.1997
Oldenburg: Universität schreibt Preis für gute Lehre aus
Die Kommission für Studium, Lehre und Weiterbildung an der Universität Oldenburg hat beschlossen, jährlich einen Preis für gute Lehre auszuschreiben, der mit 3.000 DM dotiert ist. Vorschlagsberechtigt sind ausschließlich die Studierenden der Hochschule. Der Preis soll den Stellenwert der Lehre ins rechte Licht rücken. Vizepräsidentin Ina Grieb: »Es ist ein Irrtum zu glauben, daß die Qualität der Universität allein an ihren Forschungsleistungen gemessen werden kann. Die Zukunft der Hochschule hängt ebenso von der Qualität ihrer Lehre ab.«
akadpress / 31.10.1997
»Kreuzchen machen« für die Burschenprüfung
Wer nach einer Orientierungsphase Vollmitglied einer studentischen Korporation werden will, muß bei den meisten Verbindungen eine sogenannte »Burschenprüfung« ablegen. Sie wird von einer Kommission abgenommen und umfaßt Fragen zur Geschichte und Gegenwart der eigenen Verbindung, des Dachverbandes und zum Korporationsleben allgemein. Eine Nürnberger Verbindung hat die Burschenprüfung nun erstmals im Multiple-choice-Verfahren durchgeführt, bei dem aus einer Reihe von vorgegebenen Antworten die jeweils richtige angekreuzt werden muß. Zwei Drittel der Kandidaten bestanden auf Anhieb, der Rest bestand die Wiederholungsprüfung.
akadpress / 29.10.1997
Korporationskritik: Gerhard Schäfer referiert an der Uni Göttingen
Am Donnerstag, 30. Oktober, spricht Gerhard Schäfer, Auter des Buches Füxe, Burschen, Alte Herren, um 20.00 Uhr in der Göttinger Universität (Zentrales Hörsaalgebäude 006) zum Thema »Blut und Paukboden. Vom Stammtisch zum Faschismus. Positionen deutscher Studentenverbindungen.«
akadpress / 27.10.1997
Schweizerisches Couleurmuseum wird eröffnet
Am Samstag, dem 15. November 1997, wird das Studentenhistorische Museum Assens, Schweiz, durch den Präsidenten der Schweizerischen Vereinigung für Studentengeschichte, Peter Platzer, feierlich eröffnet. Für das Museum besteht seit zwei Jahren ein Trägerverein, der die Mittel für Bau und Ausstattung des Museums erschlossen hat.
akadpress / 27.10.1997
CDA mit neuem Vorstand
Der Convent Deutscher Akademikerverbände (CDA) hat am Wochenende einen neuen Vorstand gewählt. Neuer Vorsitzender des CDA ist ab 1.1.1998 Dr. Walther Benno Kießel (VAC), sein erster Stellvertreter Gerhard Serges (BDIC). Zum Schriftführer wurde Klaus Engeroff (MR) gewählt, Schatzmeister ist Dr. Dietrich Leßmann (WJSC). Kooptierte Vorstandsmitglieder sind Ekkehard Eisenlohr (CC) und Gunther Höschen (DB).
akadpress / 27.10.1997
Neuer Vorort im Kartell-Verband
Der Vorort des Kartell-Verbandes katholischer deutscher Studentenvereine (KV) wechselt von München nach Aachen. Neuer Vorortspräsident ist Niclas Meier. Die feierliche Amtsübergabe findet am 8. November im Rahmen eines Kommerses in Aachen statt.
akadpress / 26.10.1997
Eisenach: Akademischer Festakt auf der Wartburg
Aus Anlaß des 180. Jahrestages des Wartburgfestes vom 17./18.10.1817 fand am 18. Oktober 1997 im Festsaal der Wartburg in Eisenach/Thüringen ein Akademischer Festakt statt. Die Festansprache hielt der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, Dr. Bernhard Vogel, über »Deutschland im achten Jahr seiner Einheit«. In seinen Ausführungen schlug er den historischen Bogen vom Wartburgfest 1817 bis in die heutige Zeit, wobei er als historisches Fazit feststellte: »Wo Burschenschaften verboten sind, kann keine Freiheit sein!«. Im weiteren Verlauf zeigte er die Aufgaben und Anforderungen auf, denen sich das wiedervereinte Deutschland sieben Jahre nach der Vereinigung heute stellen muß, und rief dazu auf, den »Euro« als Chance zu begreifen, wobei nicht nur die Risiken einer einzigen Währung in Europa gesehen werden sollten. Der Rektor der Universität Jena brachte in seinem Grußwort deren Verbundenheit mit der Burschenschaft zum Ausdruck und stellte den heutigen Auftrag der Universität dar, der noch viele Elemente des Wartburgfestes von 1817 enthalte.
akadpress / 24.10.1997
RCDS legt Konzept für Reform der Juristenausbildung vor
Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) legte in Bonn ein Konzept zur Reform der Juristenausbildung vor. Der RCDS will mit seinem Konzept die bewährte juristische Ausbildung in Deutschland fortentwickeln, um die Jura-Studenten besser auf die zukünftigen Herausforderungen des Juristenberufes vorzubereiten.
Die Kernpunkte des RCDS-Konzeptes:
- Der RCDS hält aus Gründen der Rechtssicherheit am Ziel des Einheitsjuristen fest. Universitätsstudium, Referendariat und zwei Staatsexamina sollen Voraussetzung für die Berufe Richter, Staatsanwalt und Rechtsanwalt bleiben.
- Das Studium soll in Basisstudium (3 Semester), Aufbaustudium (3 Semester) und Vertiefungsstudium (2 Semester) gegliedert werden. Das Vertiefungsstudium soll dabei das private Repetitorium, das heute ca. 90% aller Jura-Studenten zur Examensvorbereitung besuchen, überflüssig machen.
- Die Stoffmenge soll entschlackt und besser strukturiert werden. Alle wichtigen Vorlesungen sollen mit einer Klausur abgeschlossen werden, um kontinuierliche Leistungen zu fördern.
- Das Studium erhält einen stärkeren Praxisbezug, z. B. dadurch, daß mehr Lehrveranstaltungen von Praktikern gehalten werden, oder Leistungsnachweise auch durch die Teilnahme an einem sog. »Moot-Court« erbracht werden können.
- Die Prüfungsleistungen des Aufbaustudiums sollen zu 30% in die Examensnote eingehen. Damit soll der Gedanke des in vielen Studiengängen bewährten »Credit-Point-Systems« auch Eingang ins Jura-Studium finden.
- Die Anerkennung von im Ausland erworbenen Studienleistungen wird erleichtert. Die Verleihung der angelsächsischen Abschlüsse Bachelor und Master wird ermöglicht. Der Abschluß »Diplom-Jurist« wird abgelehnt.
- Die Examensprüfung soll – wie heute z.B. in Bayern – aus acht Klausuren und einer mündlichen Prüfung bestehen; Möglichkeiten der Manipulation bei den in vielen Bundesländern noch üblichen Examenshausarbeiten entfallen damit.
- Die Freischußregelung, nach der eine nicht bestandene Examensprüfung während der Regelstudienzeit als nicht unternommen gilt, wird beibehalten.
akadpress / 21.10.1997
Bayern: Zwischenprüfungen werden Pflicht
In allen Studienfächern sollen an bayerischen Hochschulen künftig Zwischenprüfungen den Weg zum Hauptstudium ebnen. Zugleich solle jedoch die Betreuung der Studenten verbessert werden, erklärte Ministerpräsident Stoiber heute in München. Vom Wintersemester 1998/99 an will Bayern für ein Zweitstudium Gebühren zwischen 800 und 1.000 Mark je Semester erheben. Das sieht ein Beschluß des bayerischen Kabinetts vor.
akadpress / 22.10.1997
CDA auf der Buchmesse: Starkes Medieninteresse
Die Frankfurter Buchmesse ist zu Ende. Erneut war ein Aussteller-Rekord zu verzeichnen, darunter zum zweiten Mal der Convent Deutscher Akademikerverbände (CDA), der mittels Literatur Besucher über die Existenz der Studentenverbindungen informieren wollte. Der Charakter der Vielfalt äußerste sich nicht nur in den Exponaten – so standen die Verbandszeitschriften Academia und Burschenschaftliche Blätter einträchtig nebeneinander –, die Verbände waren auch personell gut vertreten. Erstmals war auch der Sondershäuser Verband (SV) durch seine Pressesprecherin Kathrin Brueschke anwesend. Mit von der Partie ein Kamerateam des Hessischen Rundfunks, mit dem zahlreiche Interviews geführt wurden. Die Bandbreite der Fragen reichte vom Sinn der Mitgliedschaft bis zum Image der Verbindungen. Gesendet wird am Freitag, 24.10., um 21.30 Uhr im HR 3 – Fernsehen im Magazin Ausgerechnet Kultur. (Achtung: Inzwischen verschoben, neuer Sendetermin wird mitgeteilt)
akadpress / 20.10.1997
CC und CV: Verbandszeitschriften künftig auch im Internet
Der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) und der Coburger Convent (CC) der akademischen Landsmannschaften und Turnerschaften werden ihre Verbandszeitschriften Academia bzw. CC-Blätter ab Januar 1998 auch im Internet präsentieren. Sie können von Interessierten auf den Computer geladen, betrachtet und ausgedruckt werden.
akadpress / 15.10.1997
DGfH: Institut für Hochschulkunde unter neuer Leitung
Die Mitgliederversamlung der Deutschen Gesellschaft für Hochschulkunde (DGfH) hat Ulrich Becker (CC) zum neuen Leiter des Würzburger Instituts für Hochschulkunde bestellt. Becker, bisher stellvertretender Institutsleiter und Custos des Archiv des Coburger Convents (CC), ist dem Institut seit 1968 verbunden. Zum ersten Mal in der Geschichte des Instituts ist ein Angehöriger des CC mit der Leitung der Einrichtung beauftragt worden – alle Amtsvorgänger Beckers gehörten dem Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV) an.
akadpress / 15.10.1997
CDA-Herbstconvent und Verbändegespräch in Stuttgart
Der diesjährige Herbstconvent des Convent Deutscher Akademikerverbände (CDA) findet am Sonntag, dem 26. Oktober, in Stuttgart statt. Am Tag zuvor wird dort um 14.30 Uhr das Verbändegspräch 1997 veranstaltet, zu dem Interessierte aus allen Verbänden eingeladen sind. Dr. Hans-Joachim Lang, Tübingen, referiert über das Thema: »Rechts am Rand vor dem Abgrund? Zur Geschichte und Gegenwart der deutschen Korporationen«.
akadpress / 15.10.1997
Studenten-Mekka Berlin
Ein Sechstel aller Studenten in Deutschland konzentriert sich nach einer Statistik des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln auf die drei wichtigsten Uni-Standorte Berlin, München und Köln. Dabei war die heutige Bundeshauptstadt schon vor der Wiedervereinigung das deutsche Studenten-Mekka schlechthin. Inzwischen sind dort an 17 Hochschulen insgesamt 137.000 Studenten immatrikuliert. München bringt es auf 93.000 Studiosi, Köln auf knapp 87.000. Bei näherem Hinsehen prägen Universitäten und Fachhochschulen manche kleinere Stadt allerdings sehr viel stärker als die großen Studenten-Metropolen. Während im Schnitt gerade zwei von hundert Einwohnern in Deutschland ein Hochschulstudium absolvieren, hat in Gießen und Tübingen etwa jeder dritte Bürger einen Studentenausweis in der Tasche. Auch in den traditionsreichen Uni-Städten Heidelberg, Marburg, Göttingen, Münster und Würzburg ist das Straßen- und Kneipenbild durch besonders viele Studenten geprägt.
akadpress / 11.10.1997
HRK: »BAföG blutet aus«
Infolge der Nicht-Anpassung der BAföG-Bedarfssätze und -Freibeträge sei der Anteil geförderter Studierender an der Studierendenzahl (Gefördertenquote) sowie der Anteil voll geförderter Studierender an der Gesamtzahl der Geförderten stetig gesunken, stellt die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) jetzt fest. Die Gefördertenquote sei von ca. 45% in 1972 auf alarmierende 15% in 1997 zurückgegangen. Sowohl im Interesse der Studierenden als auch im Interesse des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts Deutschland müsse jetzt ein weiteres »Ausbluten« des BAföG verhindert werden. Die HRK forderte Bund und Länder auf, möglichst bald eine eindeutige politische Entscheidung für die BAföG-Reform zu treffen.
akadpress / 11.10.1997
Karlsruhe: Veranstaltung mit Seltenheitswert
Für die Studienanfängerinnen und Studienanfänger, die im Wintersemester 1997/98 ihr Studium aufnehmen, organisiert die Universität (TH) Karlsruhe erstmals eine offzielle Begrüßungsfeier. Alle Erstsemester erhielten mit dem Zulassungsbescheid eine Einladung durch den Rektor zu dieser Veranstaltung am Montag, dem 13. Oktober 1997, im Festsaal des Studentenhauses. Neben dem Willkommensgruß des Rektors (»Sie haben eine gute Wahl getroffen!«) spricht der designierte AStA-Vorsitzende über das Thema »Studieren heißt nicht nur lernen ...« Ob er Korporierter ist?
akadpress / 9.10.1997
Studium plus Job ist inzwischen die Regel
Im internationalen Vergleich sind die Studienzeiten an deutschen Universitäten lang, und die vorgegebenen Regelstudienzeiten werden kaum noch eingehalten. Die Finanzierung des Studiums ist dabei ein wesentlicher Faktor für die langen Studienzeiten. Nur knapp 16 Prozent der Studierenden erhalten BAföG, nahezu 60 Prozent werden durch die Eltern unterstützt, und 84 Prozent gehen einer Arbeit neben ihrem Studium nach. Nach einer Untersuchung von Diplomanden der Universität Koblenz-Landau arbeiten 60 Prozent der Studierenden mehr als 15 Stunden pro Woche, sowohl in der Vorlesungszeit als auch in den Semesterferien. Das entspricht einer Halbtagsbeschäftigung. Dabei wird nicht für Luxusgüter oder Urlaubsreisen gejobbt: Die Studierenden müssen vielmehr ihren Lebensunterhalt und die eigene Unabhängigkeit finanzieren.
akadpress / 7.10.1997
ZVS: Noch 4.800 Studienplätze für Nachrücker
Gute Nachrichten vermeldet die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS): Für 4.800 Studenten gibt es kurz vor Beginn des Wintersemesters doch noch einen Studienplatz. Besonders erfreulich ist das Nachrückverfahren für die Bewerber in den Studiengängen Betriebswirtschaft, Rechtswissenschaft und Lebensmittelchemie. In diesen Fächern konnten jetzt alle Bewerber zugelassen werden. Zusammen mit den Studiengängen Biologie und Haushalts- und Erziehungswissenschaft konnte damit in drei weiteren Studiengängen allen Interessenten ein Studienplatz nachgewiesen werden. Die Studienplätze waren wieder frei geworden, weil ursprünglich Zugelassene ihr Studium – z. B. wegen eines noch nicht beendeten Wehr- oder Zivildienstes – noch nicht beginnen konnten.
akadpress / 5.10.1997
Korporationen auf der Frankfurter Buchmesse
Der Convent deutscher Akademikerverbände (CDA) wird auch in diesem Jahr mit einem Stand auf der vom 15. bis 20. Oktober stattfindenden Frankfurter Buchmesse vertreten sein. Ausgestellt werden aktuelle Publikationen der Korporationsverbände und deren studentengeschichtlicher Einrichtungen. Der Stand befindet sich in der Halle 6.0 (Belletristik) Gang F Nr. 119. Am Freitagabend, 17. Oktober, findet auf dem Haus der Turnerschaft im CC Alsatia eine »Messekneipe« statt.
akadpress / 1.10.1997
Glotz: »Di-Mi-Do-Professoren vertreiben!«
»Das eigentliche Problem der Hochschulen ist ihre vorsintflutliche Managementstruktur«, meint Prof. Dr. Peter Glotz, Gründungsrektor der Universität Erfurt und ehemaliger SPD-Bundesgeschäftsführer. Die Budgetierung der Hochschuletats könne nur funktionieren, wenn die Hochschulen ein Management mit Ellbogenfreiheit bekämen. Nach Meinung von Glotz gehören von den Hochschulen die »Di-Mi-Do-Typen« vertrieben, »Hochschullehrer, die ihre Arbeit in drei Tage pressen, damit sie an den übrigen forschen, Geld verdienen oder den lieben Gott einen guten Mann sein lassen können«. Glotz war Gastredner auf der 13. Jahrestagung der Fachhochschulkanzler in Dortmund.
akadpress / 25.9.1997
RCDS fordert: Neues HRG jetzt zügig umsetzen!
Der Entwurf für ein neues Hochschulrahmengesetz (HRG) ist heute vom Kabinett verabschiedet worden. Der Ring christlich-demokratischer Studenten (RCDS) erklärte dazu: »Endlich hat das neue HRG seinen »langen Marsch durch die Institutionen« angetreten. Es gilt jetzt, die letzten noch strittigen Fragen abzuhaken, das Gesetz zügig zu beschließen und es dann in den Ländern und an den Hochschulen mit Leben zu füllen.« Allerdings sei das Aufbrechen eines Reformstaus in Deutschland selbst dann eine langwierige Sache, wenn alle Beteiligten sich einig sind. Vor dem endgültigen Beschluß des Gesetzes seien noch etliche Beratungen, Lesungen und Anhörungen in Bundestag und Bundesrat sowie deren Ausschüssen zu absolvieren.
akadpress / 27.9.1997
CDA: Rhein-Main-Kommers am 15. November
Der diesjährige Rhein-Main-Kommers des Convents Deutscher Akademikerverbände (CDA) findet am 15. November um 19.30 Uhr in der Wiesbadener Casino-Gesellschaft statt. Festredner ist Prof. Dr. Manfred Erhardt, ehemaliger Senator für Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin und Generalsekretär des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft.
akadpress / 22.9.1997
Abgeordneter der »Grünen« ohne Berührungsängste
Rezzo Schlauch, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, hält am 23. Oktober auf dem Haus der Stuttgarter Landsmannschaft im Coburger Convent (CC) Saxonia einen öffentlichen Vortrag. Das Thema wurde noch nicht mitgeteilt. Der Abgeordnete, der im vergangenen Jahr für das Amt des Stuttgarter Oberbürgermeisters kandidierte, wird des öfteren von Korporationen eingeladen.
akadpress / 22.9.1997
PDS : »Korporationen agieren in Grauzone zwischen Nationalkonservativismus
und rechtem Extremismus«
Unter der Überschrift »Vom rechten Zeitgeist« behauptet das PDS-Magazn R(h)einblick – PDS im Bundestag (Ausgabe 9/10/1997) einen Zusammenhang zwischen einer »Anfälligkeit der Hochschulen für Rassismus und Rechtsextremismus« und den studentischen Korporationen. Autor des Beitrags ist Ludwig Elm, MdB-PDS. Wörtlich heißt es u.a.: Begünstigt von konservativen Kreisen in Wirtschaft, Bundes- und Landesregierungen und in der CDU/CSU betrieben vor allem die zahlungskr äftigen Altherrenschaften die Rückkehr und den Aufbau studentischer Verbindungen an ostdeutschen Hochschulen. Besonders an traditionsreichen Plätzen wie Eisenach und Wartburg, Jena, Bad Kösen und Rudelsburg, Halle und Leipzig wurden sie schnell aktiv. Sie nutzten die Verunsicherungen der Umbruchzeit, aber auch die dem Zeitgeist folgende Anbiederung von Rektoren, Professoren, Journalisten und Politikern. Der Autor behauptet ferner, mit der Zeitschrift Junge Freiheit verfüge die »bundesdeutsche Rechte über ein intellektuelles Forum, in dem nicht zuletzt Korporationsstudenten in der Grauzone zwischen Nationalkonservativismus und rechtem Extremismus« agierten.
akadpress / 20.9.1997
Essen: Neue Jagdverbindung
Eine neue Jagdverbindung hat sich an der Universität Essen gegründet. Sie trägt den Namen Rheno-Guestphalia, die Farben grün-weiß-blau und ist pflichtschlagend.
akadpress / 19.9.1997
Einkommen: Mit Hochschul-Diplom lebt es sich am besten
Männliche Akademiker mit Uni-Diplom erreichten 1995 ein monatliches Netto-Einkommen von 5.050 DM – 30 % mehr als ein Meister oder Techniker. Absolventen einer Fachhochschule kamen demgegenüber nur auf einen Einkommensvorsprung von 20 % – bei einem Monatseinkommen von 4.690 DM. Die durchschnittlichen Netto-Einnahmen der weiblichen Beschäftigten liegen durchweg um mehr als ein Drittel unter denen der Männer. Bei Uni-Absolventinnen beträgt der Einkommensdurchschnitt 3.190 DM. (Quelle: Statistisches Bundesamt, Institut der deutschen Wirtschaft).
akadpress / 18.9.1997
Jahrhundertwerk der Studentengeschichte: CV-Lexikon jetzt lieferbar
Seit heute wird es ausgeliefert, das Lexikon der CV- und ÖCV-Verbindungen von Siegfried Schieweck-Mauk, erschienen im SH-Verlag. »CV-Lexikon«, das heißt: 832 Seiten im Großformat 17x24 cm, über 900 Abbildungen (!), fest gebunden mit Fadenheftung. Preis: im Buchhandel DM 128,- / für Mitglieder der GDS (Gemeinschaft für deutsche Studentengeschichte e.V.) DM 69,80. Neumitglieder der GDS erhalten es bis auf weiteres zum Begrüßungspreis von nur DM 49,80! Das Werk enthält für jede CV- und ÖCV-Verbindung eine Darstellung mit historischen Daten, Wappen- und Zirkelabbildung, vielen Bildern und ausführlichem Literaturverzeichnis. Zahllose unbekannte Details der Verbands- und Verbindungsgeschichte kommen ans Licht. Die Studentengeschichte wird im Rahmen der allgemeinen Geschichte gesehen, Berührungspunkte mit anderen Verbänden werden besonders herausgearbeitet. Ein Jahrhundertwerk, das den GDS-Mitgliedern weit unter Selbstkostenpreis angeboten wird. Mehr dazu: "GDS". Infomaterial: gds@gmx.de.
akadpress / 16.9.1997
Bochum: Alt-Rektor Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Maßberg wird emeritiert
Nach 21 Jahren an der Ruhr-Universität wird der ehemalige Rektor und Prorektor Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Maßberg (Fakultät für Maschinenbau der RUB) jetzt feierlich emeritiert. Die Fakultät für Maschinenbau ehrt ihn am 22. September mit einem Festkolloquium zum Thema »21 Jahre Produktionstechnik in Bochum«. Zwischen 1985 und 1989 war Maßberg Prorektor für Struktur, Planung und Finanzen, direkt im Anschluß daran vier Jahre lang Rektor der Ruhr-Universität.
akadpress / 15.9.1997
Neue Bundesvorsitzende der Juristinnen kommt aus Münster
Professorin Dr. Ursula Nelles von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Münster ist in Augsburg zur neuen Vorsitzenden des Deutschen Juristinnenbundes (DJB) gewählt worden. Die Direktorin des münsterschen Instituts für Kriminalwissenschaften war bislang stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung, der über 2.500 Juristinnen und Jurastudentinnen angehören. Die gebürtige Münsteranerin war 1991 zur Professorin für Strafrecht und Strafprozeßrecht an der Universität Bremen berufen worden. 1994 wechselte sie an die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Münster. Im Institut für Kriminalwissenschaften beschäftigt sich Prof. Nelles in Lehre und Forschung vor allem mit den Bereichen Vermögens- und Wirtschaftskriminalität, Strafverfahrensrecht und Sexualstrafrecht.
akadpress / 15.9.1997
Albertina-Ausstellung kommt an die Universität Potsdam
Vor 450 Jahren, am 17. August 1544, gründete Herzog Albrecht von Preußen die Königsberger Universität, die später nach ihm benannte »Albertina«. Diese deutsche Universität entwickelte sich zu einem herausragenden wissenschaftlichen Zentrum im Nordosten Europas, von dem bedeutende geistige Impulse ausgingen für die gesamte Region – für Preußen und die östlichen Nachbarn der Deutschen. Nach den Jubiläumsfeierlichkeiten 1994 in Königsberg/Kaliningrad kommt die für das Umfeld Brandenburg/Berlin bedeutsame Schau »Universität Königsberg 1544 – 1994« jetzt an die Universität Potsdam. Vom 2. bis 17. Oktober wird die repräsentative Albertina-Ausstellung in den Foyerräumen des Auditorium maximum Am Neuen Palais zu besichtigen sein.
akadpress / 12.9.1997
RCDS kritisiert Blüm: 610-DM-Jobs erhalten!
Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) hat die Pläne von Bundessozialminister Norbert Blüm (CDU) zur Abschaffung der sozialversicherungsfreien 610-DM-Jobs scharf kritisiert. Der größte deutsche Studentenverband wies darauf hin, daß mittlerweile 2/3 der 1,9 Mio. Studenten in Deutschland gezwungen seien, sich mit Nebenjobs ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ein großer Teil dieser Studenten sei in 610-DM-Arbeitsverhältnissen beschäftigt. Eine Abschaffung der Sozialversicherungsfreiheit würde es den Studenten noch schwerer machen, ihr Studium zu finanzieren.
akadpress / 11.9.1997
Erste CD-ROM über die Tübinger Universität
Multimedia-Informationen für Studienanfänger und Stadtbesucher: Die Universität Tübingen bringt pünktlich vor Beginn des Wintersemesters 1997/98 erstmals eine CD-ROM mit zahlreichen Informationen über die Fakultäten, über Forschungsprojekte an der Universität und über Studienformalitäten für die verschiedenen Fächer heraus. Ergänzend hinzu kommen Informationen über die Stadt und ein virtueller Stadtrundgang. Studienanfänger und Studierende, die nach Tübingen wechseln, erhalten die CD-ROM zusammen mit einer Begrüßungsmappe kostenlos.
akadpress / 11.9.1997
75 Jahre Deutsche Gesellschaft für Hochschulkunde
Mit einem Festakt feiert die Deutsche Gesellschaft für Hochschulkunde (DGfH) am 11. Oktober in Würzburg ihr 75jähriges Bestehen. Prof. Dr. Wolfgang Wippermann, Professor für Neuere Geschichte an der FU Berlin, hält die Festansprache zum Thema »Männer und Mensuren. Waffenstudenten in geschlechtergeschichtlicher Sicht«.
akadpress / 10.9.1997
KV veranstaltet erstmals Wirtschaftstage
Mit dem Thema »Existenzgründung« beschäftigen sich die 1. KV-Wirtschaftstage vom 27. bis 28. September in Heidelberg. Auf dem Programm stehen Referate zu Themen wie »Spielregeln der Existenzgründung«, »Strategien zur erfolgreichen Existenzgründung« und »Mitarbeiterführung und -gewinnung«.
akadpress / 10.9.1997
KV: Carl-Sonnenschein-Preis für jungen Mediziner
Mit dem Carl-Sonnenschein-Preis, einem Förderpreis für wissenschaftliche Arbeiten junger Mitglieder des Kartell-Verbandes (KV), wird in diesem Jahr Dr. med. Olaf Schmidt, Mainz, ausgezeichnet. Schmidt erhält den Preis für eine Arbeit auf dem Gebiet der Allergie-Erkrankungen. Der Preis wird im Rahmen des KV-Tages am 28. September in Frankfurt verliehen.
akadpress / 8.9.1997
Modellversuch in Jena: »Baccalaureus der Physik«
Ein Bakkalaureat in der Physik richtet die Jenaer Friedrich-Schiller-Universität zum kommenden Wintersemester in einem Modellversuch ein. Damit können die Studenten bereits nach sieben Semestern Regelstudienzeit einen akademischen Grad erwerben, der mit dem Bachelor of Science an US-amerikanischer Universitäten vergleichbar ist. Der Abschluß kann zu einem Diplom ergänzt werden. Ziel der Initiative ist es, die internationale Durchlässigkeit zwischen den Ausbildungssystemen zu erhöhen und die Mobilität der Studierenden zu fördern. Ausländische Studierende können dadurch besser in ein Physik-Studium an der FSU eingegliedert werden und umgekehrt. Der Abschluß des Baccalaureus wird an der Uni Jena bereits in der Mathematik und der Informatik angeboten.
akadpress / 8.9.1997
Am 18. Oktober: Festakt auf der Wartburg
In Erinnerung an das Wartburgfest vor 180 Jahren wird am Abend des 18. Oktober auf der Wartburg ein Festakt stattfinden, den die Jenaische Burschenschaft für die Deutsche Burschenschaft (DB) ausrichtet. Die Festansprache hält der Ministerpräsident des Landes Thüringen, Dr. Bernhard Vogel. – Aufgrund der beengten Platzverhältnisse in der Wartburg ist eine Teilnahme nur mit Eintrittskarte möglich.
akadpress / 8.9.1997
Ernst-Wilhelm Wreden verstorben
Ernst-Wilhelm Wreden (Burschenschaft Allemannia-Heidelberg 1949, Burschenschaft Teutonia-Jena 1983) ist im Alter von 73 Jahren verstorben. Als langjähriger Schriftleiter der Burschenschaftlichen Blätter sowie Leiter des Archivs und der Bücherei der Deutschen Burschenschaft (DB) war er weit über die DB hinaus eine prägende Persönlichkeit des Verbindungswesens. Seine erfolgreiche und verdienstvolle Tätigkeit wurde mit hohen Auszeichnungen geehrt. So verlieh ihm der Convent Deutscher Akademikerverbände die Fabricius-Medaille für Verdienste um das deutsche Korporationsstudententum.
akadpress / 2.9.1997
RTL: »Bedrohliche Saufrituale deutscher Burschenschaften«
»Welchen Inhalts sind die lauten und bedrohlichen Saufrituale deutscher Burschenschaften?« fragt RTL-Fernsehen in seiner Sendung »Twist« in der Nacht vom 7. auf den 8. September um 0:35 Uhr. Berichtet wird u.a. auch über »Frauen in vermeintlichen Männersportarten – trinkfest, sangesfreudig, herzerfrischend und einfach gut«. Die Sendung wird von der Firma KAOS produziert.
akadpress / 30.8.1997
Was das Studium kostet
Durchschnittlich knapp 96.000 DM hatte ein westdeutscher Student nach einer Statistik des Institus der deutschen Wirtschaft im Laufe seines Studiums für die Lebenshaltung ausgegeben, ehe er Ende 1996 seinen Universitätsabschluß erwarb. Um Diplom oder Magister zu erhalten, mußten die Uni-Abgänger die Hörsaalbänke dabei fast sieben Jahre drücken. Zwischen den einzelnen Fachrichtungen gibt es allerdings deutliche Unterschiede: Am längsten auf BAföG, Nebenjobs und den Scheck vom Elternhaus waren die Philosophen angewiesen. Mehr als acht Jahre dauerte ihr Studium – in dieser Zeit mußten sie 112.000 DM berappen. Weil sie am schnellsten studierten, kamen die Pharmazeuten mit dem geringsten Budget aus (81.600 DM). Erheblich günstiger stellen sich Absolventen einer Fachhochschule: FH-Studenten kostete der Lebensunterhalt bis zum Diplom durchschnittlich 69.400 DM. Sie schließen ihre Ausbildung in der Regel schon in weniger als fünf Jahren ab.
akadpress / 26.8.1997
Workshop »Korporationen und Medien«
Einen Workshop mit Journalisten von Presse und Rundfunk veranstaltet die Gemeinschaft für deutsche Studentengeschichte (GDS ) in Verbindung mit dem Convent deutscher Akademikerverbände (CDA) vom 6. bis 8. Februar 1998 in Heidelberg. Bearbeitet werden Themen wie »Die Pressemeldung – aber richtig!«, »Das Korporationswesen aus der Sicht der Presse«, »Durch die Presse Zielgruppen erreichen« und »Das Interview und das Pressegespräch«. Das Programm ist erhältlich bei der GDS, E-Mail: gds@gmx.de.
akadpress / 23.8.1997
Corpsverbände verstärken Öffentlichkeitsarbeit
Eine Initiative im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit startet die Informationszentrale (IZ) der Weinheimer und Kösener Corps im Jahr 1998. U. a. wird ein Corps-Magazin herausgegeben. Es erscheint in einer Auflage von 50.000 Exemplaren und trägt den Namen Gaudeamus igitur.
akadpress / 21.8.1997
Münster: Westfälische Wilhelms-Universität behält ihren Namen
Das Rektorat der Westfälischen Wilhelms-Universität hat beschlossen, den Namen der Universität beizubehalten und einem Antrag der Gruppe der Studierenden des Senats auf Namensänderung nicht stattzugeben. Eine nicht nur von Studierenden besetzte Kommission hatte gefordert, »aus der Kenntnis über die hochproblematische Person des Namensgebers der Universität und insbesondere der fatalen Rolle des von ihm begünstigten Antisemitismus in Deutschland die Konsequenz ziehen.« Die Ablehnung des Antrags wurde u.a. damit begründet, Lehre und Forschung an der Universität Münster hätten längst ein Profil entwickelt, das in keiner Beziehung zum Namensgeber und zur Zeitepoche des Namensgebers stehe.
akadpress / 21.8.1997
Führungskräfte in Deutschland: hochgebildet und wenig mobil
Die leitenden Angestellten in Deutschland sind hochgebildet und beruflich wenig mobil: Etwa ein Drittel hat den Arbeitgeber nie gewechselt und fast ebenso viele nur ein einziges Mal. Mehr als ein Drittel hat niemals wegen des Berufes den Wohnort gewechselt. Die Leistungsträger der Wirtschaft sind dabei mit ihrer Lage keineswegs immer zufrieden – so das Ergebnis einer von der Union der Leitenden Angestellten (ULA) beauftragten Studie. Ein Hochschulstudium ist beinahe obligatorisch: Bei den unter Neununddreißigjährigen haben über 80 Prozent der Führungskräfte ein Studium absolviert. Persönliche Aufstiegschancen in die Vorstandsebene sehen nicht einmal zehn Prozent der Befragten.
akadpress / 21.8.1997
Jura und BWL beliebteste Studienfächer
An den 327 deutschen Hochschulen waren im Wintersemester 1996/97 rund 1,8 Millionen Studierende eingeschrieben. Über 30 Prozent davon belegten einen Studiengang in den Fächern Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. 22,6 Prozent sind in Fächern der Sprach- und Kulturwissenschaften immatrikuliert, 18,3 Prozent in ingenieurwissenschaftlichen und 15,1 Prozent in mathematischen Fächern. Auf andere Studiengänge entfallen 13,4 Prozent. Die Studiengänge der Betriebswirtschaft (BWL) oder der Rechtswissenschaft sind allerdings nicht nur wegen persönlicher Neigungen oder der Hoffnung auf eine spätere berufliche Karriere so gut belegt. Das Statistische Bundesamt begründet die Beliebtheit dieser Fächer auch mit der Tatsache, daß jeder, der sich in diesen Fächern bewirbt, auch einen Studienplatz bekommt – unabhängig vom Notendurchschnitt des Abiturs.
akadpress / 20.8.1997
Nach HRG-Reform »Wettlauf um Studiengebühren« befürchtet
Weil es im Entwurf des neuen Hochschulrahmengesetzes (HRG) kein allgemeines Verbot von Studiengebühren gibt, befürchtet der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) einen »Studiengebühren-Wettlauf« der Bundesländer, bei dem die Studenten die Verlierer wären. Ähnlich äußerten sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sowie Bündnis 90/Die Grünen. Der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) bedauerte dagegen in einer Erklärung, daß Bund und Ländern nicht noch einen Schritt weitergegangen seien: »Mehr Markt, Konkurrenz und Qualität des Hochschulangebotes hätten auch die konsequente Einführung von Studiengebühren sowie ein durchgängiges Auswahlrecht der Hochschulen bei ihren Studenten erfordert«. – Die große Mehrheit der Landesregierungen hat sich bisher gegen Studiengebühren ausgesprochen. Ein von der SPD gefordertes bundesweites Verbot von Studiengebühren will die CDU nicht mitmachen.
akadpress / 20.8.1997
Pläne zur Hochschulreform umstritten
Die zwischen Bund und Ländern ausgehandelte Hochschulreform ist von Verbänden und Parteien unterschiedlich bewertet worden. Die Hochschulrektorenkonferenz als Verwaltungsorgan der Universitäten das Vorhaben begrüßte insbesondere die an den Leistungen in Forschung und Lehre orientierte Hochschulfinanzierung sowie die regelmäßig verlangten Nachweise über den Studienerfolg. Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) sieht seine zentralen Forderungen wie den Nachweis der pädagogischen Befähigung der Hochschullehrer , die Beteiligung der Studenten an der Bewertung der Lehrleistungen der Professoren, sowie die flächendeckende Einführung von »Freischußregelungen« erfüllt. Der deutsche Hochschulverband, die Berufsvertretung der Professoren, nannte die Reform ein »armseliges Produkt, das den Namen Hochschulreform nicht verdient«. Die 16 Bundesländer könnten nun »nach Herzenslust mit ihren Hochschulen herumexperimentieren«. Die Neuregelung über ein hochschuleigenes Auswahlverfahren sei die positive Ausnahme. Die Deutsche Angestelltengewerkschaft (DAG) sowie Bündnis 90/Grüne kritisierten die Beseitigung demokratischer Elemente in der Hochschulverfassung.
akadpress / 19.8.1997
Einigung über Hochschulreform
Bund und Länder haben sich über die Inhalte eines neuen Hochschulrahmengesetzes (HRG) geeinigt. Damit die Hochschulen den für die Verwirklichung der Reformvorstellungen notwendigen Freiraum erhalten, soll das bestehende Bundes- und Landesrecht gleichzeitig in erheblichem Maße dereguliert werden. Das HRG wird damit auf einen Kernbestand von Vorschriften beschränkt, der unbedingt bundeseinheitlich geregelt werden muß. Andererseits wird der Grundstein gelegt für ein von Autonomie und Wettbewerb um die besten Lösungen geprägtes, international konkurrenzfähiges Hochschulsystem, das in der Lage sein soll, flexibel und kreativ auf heute bestehende und sich künftig stellende Herausforderungen zu reagieren.
Die wesentlichen Punkte der Vereinbarung:
- Einführung einer leistungsorientierten Hochschulfinanzierung,
- Evaluation von Forschung und Lehre, Beteiligung der Studierenden
bei der Evaluation der Lehre,
- Neufestlegung der Regelstudienzeit,
- Einführung einer Zwischenprüfung in allen Studiengängen mit mindestens
vier Jahren Regelstudienzeit,
- Einführung eines Leistungspunktsystems (credit point system)
zur Akkumulation und zum Transfer von Studien- und Prüfungsleistungen,
- Ermöglichung der Vergabe der international bekannten Hochschulgrade
Bachelor und Master,
- Verstärkung der Studienberatungspflicht der Hochschulen, damit
die Studierenden frühzeitig Aufschluß über ihre Eignung für den
gewählten Studiengang erhalten,
- Aufnahme hochschuleigener Auswahlverfahren in das allgemeine
Auswahlverfahren für einen Teil der Studienplätze (ca. 20%) in
bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengängen,
- Pädagogische Eignung als unbedingte Einstellungsvoraussetzung
für Professoren,
- Verpflichtung der Hochschulen zur Durchsetzung der Gleichberechtigung
von Frauen und Männern.
akadpress / 17.8.1997
Azubis mit Abitur leistungswilliger als Hochschüler
In den nächsten Jahren wird sich die Abiturienten-Quote von derzeit 27% eines Jahrgangs weiter erhöhen. Gegen Ende der 90er Jahre dürfte die Zahl der Abiturienten zum ersten Mal die Zahl der Hauptschulabsolventen übertreffen. Doch nicht alle jungen Menschen mit Abi wollen studieren. Eine beliebte Alternative ist die Lehre. Bereits heute stellen Abiturienten in vielen Bereichen mehr als die Hälfte der Auszubildenden – so bei den Banken, bei den Versicherungs- und Reisekaufleuten oder in den steuer- und wirtschaftsberatenden Berufen. Unter den angehenden Industriekaufleuten, Bauzeichnern sowie Kaufleuten im Groß- und Einzelhandel hat immerhin jeder vierte Azubi das Abi in der Tasche. Für viele Betriebe ist es allerdings schwierig, diese Gruppe nach der Lehrzeit zum Bleiben zu bewegen – in einigen Branchen wandern bis zu 50% der Azubis mit Abi ins Studium ab. Nach einer Befragung des Hochschul-Informations-Systems (HIS) in Hannover vertreten vier von zehn Abiturienten, die eine Lehre aufnehmen wollen, die Meinung, ihre beruflichen Perspektiven seien nach einigen Jahren der Beschäftigung im erlernten Beruf und gezielter Weiterbildung besser als die Chancen von Universitäts- und Fachhochschulabsolventen. Für die Betriebe sind die Azubis mit Abi besonders wertvolle Mitarbeiter – diese seien oft leistungswilliger und weniger aufs Privatleben fixiert als Hochschüler.
akadpress / 17.8.1997
RCDS: Faule Professoren verlängern Studienzeiten / Konzept zur Juristenausbildung
Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) hat die Dekane der Fakultäten aufgefordert, über die vollständige Erfüllung der Lehrdeputate der Professoren zu wachen. Die Lehrdeputate liegen derzeit bei 8 Wochenstudenten für Universitätsprofessoren und 18 Wochenstunden für Fachhochschulprofessoren. Der RCDS-Bundesvorsitzende Oliver Nölken beklagte, daß viele Professoren nicht einmal diese Deputate erfüllten, obwohl die Zeitvorgaben »lächerlich niedrig« seien. In einer Untersuchung hatte der bayerische Rechnungshof im Jahre 1996 festgestellt, daß Professoren ihre Verpflichtungen teilweise ignorierten oder gar jegliche Auskünfte über ihre Lehrtätigkeit verweigerten. Nölken erklärte: »Mit der Berufung auf die Freiheit der Lehre können Professoren praktisch machen, was sie wollen – oder eben auch nichts machen. Auszubaden haben das die Studenten, deren Ausbildung darunter leidet oder deren Studienzeit sich unnötig verlängert, weil Veranstaltungen nicht oder nur unregelmäßig stattfinden.« Als deutlichsten Mißstand bezeichnet es der größte deutsche Studentenverband, daß rund 90 % aller Jura-Studenten auf die Examensvorbereitung durch ein privates Repetitorium angewiesen seien, weil die universitäre Lehre völlig mangelhaft sei. Darum erarbeite der RCDS derzeit auch ein Konzept zur Reform der Juristenausbildung, das unter anderem das Repetitorium überflüssig machen solle.
akadpress / 17.8.1997
Karlsruhe: Stellenabbau an der Fridericiana
An der Universität Karlsruhe fallen mehr als 3.000 Studienplätze dem Rotstift zum Opfer – Konsequenz aus dem Solidarpakt zwischen Landesregierung und Landesuniversitäten, der in den kommenden zehn Jahre einen kontinuierlichen Stellenabbau vorsieht. Die Universität Karlsruhe muß dabei insgesamt 250 mit im Durchschnitt 100.000 DM dotierte Stellen abgeben. Schon bis zum Jahr 2001 streicht sie 160,5 Stellen aus Professorenschaft, Wissenschaftlichem Dienst sowie Verwaltung und Technik. Die Streichungen haben einen überproportionalen Abbau der Lehre, eine Einschränkung neuer Forschungsaufgaben sowie einen Rückgang der Einwerbung von Drittmitteln zur Folge.
akadpress / 17.8.1997
SV: Couleurartikel-Shop im Internet
Der Sondershäuser Verband (SV) bietet seine Couleur- und Werbeartikel jetzt auch im Internet an. Sammler von Couleurkarten, Bierkrügen und anderem werden auf der Homepage des Verbandes http://www.sv.org fündig. Dort unterbreitet der »SV-Shop« sein Angebot.
akadpress / 23.7.1997
CV-Ticket: Für 10 DM den künftigen Hochschulort kennenlernen
Der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) bietet bei der Wahl ihres Hochschulortes noch unentschlossenen Studenten Hilfe an: Mit dem »CV-Ticket« für jeweils 10 DM können Interessenten bei jeder CV-Korporation in 27 Hochschulorten übernachten und unter fachkundiger Führung Stadt und Uni kennenlernen. Versprochen werden auch Einblicke in das Nachtleben des Hochschulortes.
akadpress / 21.7.1997
Bad Aussee: Vier-Sterne-Hotel als Verbindungshaus
Die p.k.V! Normannia zu Bad Aussee hat jetzt ihr »Normannenhaus« eröffnet. Das Haus, welches ursprünglich ein Vier-Sterne-Hotel war, wird zu einem Großteil den Aktiven als Wohnstätte dienen. Die Normannia ist damit vermutlich die erste österreichische Mittelschülerverbindung mit eigenem Schülerheim. Die Miete für ein Zimmer (mit Bad, WC, Kühlschrank und TV-Gerät) wird 2.500 ATS/Monat (ca. 350,- DM) betragen. Die in Bad Aussee beheimateten Schulformen sind Oberstufenrealgymnasium und Handelsakademie und schließen beide mit Matura (Abitur).
Informationen: Verein alter Ausseer Normannen, Normannenhaus, Am Gasteig 175, A-8990 Bad Aussee.
akadpress / 21.7.1997
Lübeck: Medizinische Universität befürchtet Zustrom erfolgloser Studenten
Weil die Bundesländer Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin neuerdings Studenten ausschließen, die mehrfach hintereinander bei Praktika und Übungen versagt haben, befürchtet die Medizinische Universität Lübeck (MUL) nun einen Zustrom erfolgloser Studenten aus anderen Bundesländern. In Schleswig-Holstein können Prüfungen nämlich unbegrenzt wiederholt werden. Der Senat der Universität appellierte jetzt an die Landesregierung, den Zustrom durch eine Änderung des Hochschulgesetzes zu verhindern. Der studienälteste Lübecker Student hat bisher 41 Fachsemester Medizin bei 52 Semestern an deutschen Hochschulen ohne Abschlußprüfung absolviert.
akadpress / 21.7.1997
TU Chemnitz: Umbenennung
Das Konzil der Chemnitzer Universität hat die Umbenennung der Technischen Universität Chemnitz-Zwickau in »Technische Universität Chemnitz« beschlossen. Der bisherige Namensbestandteil »Zwickau« entfällt ab sofort. Ein Grund für die Umbenennung wurde nicht mitgeteilt.
akadpress / 19.7.1997
Marburg: Schäden an Korporationshäusern in Höhe von 100.000 DM
Nach dem Marburger Marktfrühschoppen vom 6. Juli gingen bei der Polizei inzwischen mehrere Anzeigen von Stundentenkorporationen ein. Grund: Sachbeschädigung. Bei sieben Verbindungshäusern wurden Fensterscheiben eingeworfen; die unbekannten Täter warfen auch Farbbeutel. Die Polizei bezifferte den Schaden auf rd. 100.000 DM. In einer jetzt veröffentlichten Erklärung der betroffenen Verbindungen heißt es: Mit Bestürzung stellen wir fest, daß Gewalt von Seiten einiger Korporationsgegner als probates Mittel der Auseinandersetzung gesehen wird. ... Bei der Frage, wie es zu einer solchen Eskalation der Gewalt kommen konnte, fällt der Blick zwangsläufig auf die in Marburg führenden Kritiker des Korporationswesens. Bedenklich stimmt hierbei, daß weder das Projekt »Konservativismus und Wissenschaft« noch die im AStA vertretenen Fraktionen sich von diesen Gruppen öffentlich distanzieren. Auch von seiten der PDS ist noch keine Distanzierung vom gewaltbereiten Teil der Verbindungsgegner erfolgt. Wir wollen an dieser Stelle keiner der genannten Gruppen unterstellen, sie billige oder unterstütze dieses Tun. Jedoch stellen wir hier die Frage, ob sie sich in einer Verantwortung hinsichtlich der geistigen Förderung solcher Aktionen sehen ... Hintergrund: Der seit 46 Jahren von der Marburger Oberstadtgemeinde unter überwiegender Beteiligung der Marburger Korporationen durchgeführte Frühschoppen war in diesem Jahr zunächst abgesagt, dann unter anderer Schirmherrschaft doch noch durchgeführt worden. Nach entsprechenden Forderungen der in der Erklärung genannten Hochschulgruppen sowie der PDS-Ratsfraktion war von den Veranstaltern zugesagt worden, die Korporationen weder offiziell einzuladen, noch sie während des Frühschoppens – wie sonst üblich – per Mikrofon gesondert zu begrüßen. Die traditionell Studentenlieder intonierende Kapelle war durch ein Folklore-Trio ersetzt worden.
Studenten-Kurier / 19.7.1997
150.000 Alte Herren in Deutschland
Die deutschen Akademikerverbände haben zur Zeit rund 150.000 Alte Herren, davon 85.000 in Mitgliedsverbänden des Convents deutscher Akademikerverbände (CDA). Die konfessionellen Verbände haben 55.000 Mitglieder, sonstige Verbände und Verbindungen 10.000. In dieser Statistik – so eine vom CDA erarbeitete Übersicht – sind die Daten der Philisterverbände reiner Damenverbindungen (derzeit rund zwei Dutzend) nicht enthalten.
akadpress / 21.7.1997
RCDS kritisiert BDI: Hochschulrahmengesetz nötig
Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) kritisiert die Aussagen von BDI-Präsident Henkel zum Hochschulrahmengesetz (HRG). Henkel hatte auf einer Pressekonferenz geäußert, wenn es in absehbarer Zeit keinen »akzeptablen« Kompromiß zur Novellierung des HRG gebe, werde er die Abschaffung des Gesetzes fordern. Damit wäre die Regelung des Hochschulrechts allein Sache der Bundesländer. Der RCDS-Bundesvorsitzende Oliver Nölken warnte angesichts dieser Aussage vor einer »Anarchie« im Hochschulrecht, wenn das HRG abgeschafft werde: »Es kann nicht sein, daß wir eine stärkere internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Hochschulausbildung fordern, Deutschland aber gleichzeitig in die bildungspolitische Kleinstaaterei zurückfällt.« Es müsse einen bundesweit verbindlichen Rahmen geben, damit die gegenseitige Anerkennung von Studienabschlüssen innerhalb Deutschlands nicht gefährdet werde.
akadpress / 16.7.1997
Ingenieure: Nachwuchsmangel schon jetzt bemerkbar / »Ausgezeichnete Berufsaussichten«
Ingenieure haben Zukunft: Die vor einiger Zeit prognostizierte Ingenieurlücke ist schon jetzt in der Wirtschaft und in den Hochschulinstituten deutlich spürbar. In einigen Sektoren klagen Personalchefs über ernsthafte Nachwuchsprobleme. Der Präsident der Technischen Universität Braunschweig, Prof. Bernd Rebe, riet daher Studieninteressierten heute eindringlich, im Zuge der eigenen Interessen Ingenieurwissenschaften zu studieren. »Bei der Wahl des Studienfachs werden immense Zukunftschancen von vielen jungen Leuten nicht erkannt«, so Rebe. »Die meisten Abiturientinnen und Abiturienten verhalten sich pro-zyklisch, sie lassen sich durch das in den letzten Jahren zurückhaltende Einstellungsverhalten der Wirtschaft beeindrucken. Zu wenige schauen auf die Perspektiven, die der Arbeitsmarkt ihnen dann bieten wird, wenn sie das Examen bestanden haben«. Die Wirtschaftsflaute habe nach Ansicht des TU-Präsidenten auf viele technisch interessierte junge Menschen wie ein Schock gewirkt. »Doch gerade im Ingenieurbereich haben wir heute die Talsohle durchschritten! ... Für die Abiturientinnen und Abiturienten von heute mit technischem Interesse hat die Situation nur gute Seiten. Auf sie warten eine hervorragende Betreuung im Studium und ausgezeichnete Berufsaussichten danach.«
akadpress / 11.7.1997
Bundeshaushalt 1998: Mehr Geld für Bildung, Forschung und Innovation
Der Haushalt des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie wird 1998 eine Höhe von insgesamt 14,950 Milliarden DM erreichen. Damit wurde nicht nur eine Kürzung um 300 Mio DM verhindert, sondern es konnte sogar eine Steigerung von 132 Mio DM gegenüber dem Haushalt 1997 durchgesetzt werden. Der Zuwachs soll u.a. dazu dienen, im Rahmen der Hochschulreform bessere Studienbedingungen zu schaffen und und eine bessere Hochschulforschung zu ermöglichen. Das neue Thema »internationale Studiengänge« wird erstmalig mit 8,3 Mio DM ausgestattet. Für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses wendet das Ministerium Mittel in Höhe von insgesamt rund 1,2 Mrd DM auf: Im Rahmen der Forschungs- und Auslandsstipendien werden rund 23.000 junge Frauen und Männer gefördert.
akadpress / 10.7.1997
Bochum: Rektorwahl startet in neue Phase
Prof. Dr. Harro Müller-Michaels (Fakultät für Philologie der RUB) steht nicht mehr für die Wahl ins Rektoramt zur Verfügung. Müller-Michaels war am vergangenen Donnerstag, 3.7.1997, erneut als einziger Kandidat vom Senat dem Konvent der Ruhr-Universität für das Amt des Rektors der RUB vorgeschlagen worden, nachdem er in den ersten beiden Wahlgängen im Konvent nicht die erforderliche Stimmenmehrheit auf sich hatte vereinigen können – im zweiten Wahlgang fehlte ihm eine Stimme. Neben persönlichen Motiven nannte Prof. Müller-Michaels als Grund für seinen Rückzug von der Kandidatur, daß er die Institution Universität in der öffentlichen Diskussion vor weiteren Schaden bewahren wolle: Er erkenne mit seinem Rückzug die gescheiterte Wahl im Konvent an und wolle nicht, daß der »Organkonflikt« zwischen Senat und Konvent an seiner Person ausgetragen werde.
akadpress / 10.7.1997
Geisteswissenschaftler: Nur selten bis zur Chefetage
Ungeachtet der pessimistischen Beschäftigungs-Prognosen ist das Interesse von Studienanfängern an sprach- und kulturwissenschaftlichen Fächern in Deutschland ungebrochen. Nach einer in Köln veröffentlichen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) über die Berufschancen von Geisteswissenschaftlern haben sich im Studienjahr 1996 mit 22% relativ betrachtet ebenso viele Studienanfänger für ein geisteswissenschaftliches Studium entschieden wie vor zwanzig Jahren. In absoluter Rechnung liege ihre Zahl mit fast 59.000 allerdings um zwei Drittel über dem Niveau des Jahres 1976. Nach Einschätzung der Kölner Wissenschaftler orientieren sich immer mehr Absolventen sprach- und kulturwissenschaftlicher Fächer bei der Jobsuche in Richtung private Dienstleistungen, Handel und Industrie. Allerdings dominiere nach wie vor das öffentliche Erziehungs- und Bildungswesen bei der Berufswahl. Deshalb schaffe gerade jeder achte Geisteswissenschaftler den Sprung in die Chefetage, Akademikern anderer Fachrichtungen gelänge dies doppelt so häufig. Auch bei den Einkommen könnten Sprach- und Kulturwissenschaftler mit anderen Hochschulabgängern nicht ganz mithalten. Nur 17% aller Geistes-Spezialisten verfügten über ein monatliches Nettoeinkommen von mehr als 5.000 DM, im Schnitt aller Akademiker seien es dagegen fast 30%.
akadpress / 10.7.1997
Universität Dortmund: Rektor wiedergewählt
Die Mitglieder des Konvents der Universität Dortmund haben den bisherigen Rektor, Prof. Dr. Dr. h.c. Albert Klein, für eine weitere Amtszeit von vier Jahrenwiedergewählt. Klein war dem Konvent vom Senat als einziger Kandidat vorgeschlagen worden. Er wurde mit 31 Ja-Stimmen bei 8 Gegenstimmen und einer Enthaltung gewählt. Klein ist der fünfte Rektor der Universität Dortmund und lehrt am Insitut für Deutsche Sprache und Literatur.
akadpress / 10.7.1997
Hochschulrektorenkonferenz (HRK) rechnet mit Anstieg der Studentenzahlen
Die Hochschulen stehen mit dem leichten Anstieg der Zahl der Studienanfänger im Wintersemester 1996/97 am Beginn eines neuerlichen Anstiegs der Nachfrage nach Studienplätzen. Es sei mit einem Anstieg der Zahl der Studienanfänger von gegenwärtig 283.000 auf jährlich bis zu 357.000 im Jahr 2008 zu rechnen, teilte HRK-Präsident Erichsen jetzt mit und erneuerte die Forderung nach mehr Mitteln für die Hochschulen, um die Ausstattung zu verbessern. Die Schere zwischen der Nachfrage nach Hochschulausbildung und der Hochschulausstattung habe sich dramatisch geöffnet. In einigen Bundesländern müßten die Hochschulen dennoch mit weiteren Stellen- und Mitteleinbußen rechnen.
Studenten-Kurier / 10.7.1997
Wechsel im GDS-Vorstand
Die Gemeinschaft für deutsche Studentengeschichte (GDS) hat einen neuen stellvertretenden Vorsitzenden und eine neue Geschäftsstellen-Anschrift. Pfr. Detlef Frische löst im Vorstand Thomas Schindler ab; beide sind Angehörige des Coburger Convents (CC). Frische übernimmt zugleich die Geschäftsführung der GDS. Neue Geschäftsstellenanschrift: Oberstr. 45, D-45134 Essen, Tel. (02 01) 84 34 89, Fax 02 01 / 84 34 99, E-Mail: gds@gmx.de. – Auch im Vorstand der GDS-Förderung e.V., die langfristige Projekte der GDS durch Fundraising unterstützen soll, löst Frische Thomas Schindler ab. – Schindler wird den Vorstand künftig als Beisitzer unterstützen und wie bisher vor allem für Auskünfte und Dokumentation zuständig sein.
Studenten-Kurier / 10.7.1997
ÖCV ohne Frauen, aber ...
Der österreichische CV nimmt auch künftig keine Frauen auf. Ein enstprechender Antrag der KAV Norica Wien wurde bei der letzten Cartellversammlung abgelehnt. Die Versammlung stellte es aber allen Verbandsmitgliedern frei, gemischten Verbindungen (außerhalb des ÖCV) beizutreten. Der KAV Norica wurde empfohlen, die bisherige reine Damenverbindung Norica Nova in eine gemischte Verbindung umzuwandeln (aufzulösen und neu zu gründen). Um das Verhältnis zwischen Norica und Norica Nova hatte es heftigen Streit im Verband gegeben nun können die Mitglieder der Norica zugleich Cartellbrüder bleiben und Bundesbrüder ihrer Bundesschwestern in der Norica Nova werden, die Frauen dürfen aber nicht in den ÖCV.
Studenten-Kurier / 10.7.1997
Wen die Regierung fördert
Mit parlamentarischen Anfragen versuchen PDS und Grüne zur Zeit, eine angebliche finanzielle Förderung von Korporationen durch staatliche Haushaltsmittel in die Diskussion zu bringen. Bundesbildungsminister Jürgen Rüttgers gab der PDS-Abgeordneten Ulla Jelpke aber eine für sie enttäuschende Antwort auf eine kleine Anfrage im Bundestag: Seit 1989 seien keine Korporationen im Rahmen einer institutionellen Förderung aus Bundesmitteln gefördert worden. Bundesmittel gab es allerdings im Rahmen von Projektförderungen für Seminare von BDIC, CV, KV, SV und WB (zu allgemein interessierenden Themen wie Umweltschutz, Wiedervereinigung und Europapolitik). Auch die hessische Landesregierung mußte die Grünen enttäuschen: In Hessen werden keine Korporationen aus dem Landeshaushalt gefördert.
Studenten-Kurier / 10.7.1997
WVAC mit neuem Vorstand
Im Weinheimer Verband Alter Corpsstudenten (WVAC) hat ein neuer Vorstand die Geschäfte übernommen. Vorsitzender ist Prof. Dr. Dieter Schmoeckel (Rhenania Stuttgart, Teutonia Berlin), Stellvertreter Prof. Dr. Günter Warnecke (Hannovera Hannnover), Schatzmeister Alexander Baston (Pomerania-Silesia Bayreuth), Schriftführer Lutz-Otto Krebs (Rhenania Darmstadt, Hassia Gießen zu Mainz [KSCV]) und stellvertretender Schriftführer Konrad Weber (Teutonia Berlin, Altsachsen Dresden).
Studenten-Kurier / 10.7.1997
Couleurkarten im Internet
Ab sofort gibt es im Internet eine Couleurkartenbörse auf der Homepage von Karl Göttschober, dem Vorsitzenden des Österreichischen Pennäler-Rings (ÖPR). Adresse: http://ourworld.compuserve.com/homepages/KGoetschober. Jeden Monat wird eine Couleurkarte des Monats gezeigt. Angebote schickt man am besten auf Diskette ein, nähere Informationen auf der Homepage.
Studenten-Kurier / 10.7.1997
Studentica-Geschäft in Jena geschlossen
Viele Studentenhistoriker kannten das Geschäft des Vereins »academica & studentica Jenensia« (asj) in der Jenaer Saalstraße. Studenten- und stadtgeschichtliche Literatur (natürlich auch das Angebot der GDS (Gemeinschaft für deutsche Studentengeschichte e.V.) war dort ebenso zu erhalten wie typische Couleurartikel, zum Beispiel Lichtenhainer Kännchen und Ziegenhainer Stöcke. Für Auswärtige betrieb der Verein auch einen Versandhandel. Trotz aller Anstrengungen von Geschäftsführer Gottfried Künzel und seinen Mitstreitern ist der Wirtschaftsbetrieb des asj aber nicht aus den roten Zahlen herausgekommen und mußte deshalb zum 30. Juni geschlossen werden.
akadpress / 10.7.1997
Die Hälfte der Professoren scheidet demnächst aus
Generationswechsel bei den Hochschullehrern: Die Hälfte der deutschen Hochschulprofessoren wird in den nächsten zwölf Jahren ausscheiden. Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Professor Hans-Uwe Erichsen, forderte jetzt in Bonn, diesen Generationswechsel für Reformen zu nutzen. Der Zeitpunkt für Umstrukturierungen sei günstig, weil die Hochschulen durch den Generationswechsel bei den Professoren personelle Flexibilität gewännen.
akadpress / 10.7.1997
Karlsruhe: Eigener Rechnerraum nur für Frauen eröffnet
Am Rechenzentrum der Universität Karlsruhe gibt es seit heute einen eigenen Rechnerraum nur für Frauen. »Damit geht ein Wunsch vieler Studentinnen in Erfüllung, die sich in den hauptsächlich von Männern besetzten Räumen unsicher und unwohl fühlen«, erklärte die Frauenbeauftragte der Universität, Dr. Uta Fahrenholz. Die Einrichtung ist bislang einmalig an baden-württembergischen Hochschulen. In dem Raum stehen acht Arbeitsplätze mit verschiedenen Rechnern zur Verfügun; alle haben einen Internet-Zugang. Die Geräte werden von zwei weiblichen studentischen Hilfskräften betreut.
akadpress / 7.7.1997
Ilmenau: Zeiss-Konzern und TU Ilmenau wollen zusammenarbeiten
Der Optikkonzern Carl Zeiss und die Technische Universität Ilmenau wollen ihre Zusammenarbeit intensivieren. Es wurde vereinbart, den Gedankenaustausch zu einer längerfristigen Forschungskooperation in regelmäßigen Abständen fortzusetzen. Geplant ist weiterhin, die wissenschaftliche Betreuung von Studenten im Rahmen von Praktika und Diplomarbeiten in den Unternehmen der Carl Zeiss Gruppe auszubauen. Darüber hinaus sollen die Möglichkeiten der Universität für die Weiterbildung von Mitarbeitern des Konzerns genutzt werden.
akadpress / 7.7.1997
Emanzipation soll belohnt werden
Die Marburger Universität wird künftig einen Frauen-Förder-Preis verleihen. Im Zweijahresabstand sollen Mitglieder und Angehörige der Philipps-Universität für die Förderung von Frauen in wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Bereichen gewürdigt werden.
akadpress / 7.7.1997
Stuttgart: Gebühren für Langzeitstudenten und Gasthörer
Nicht nur Langzeitstudenten, sondern auch Gasthörer müssen in Baden-Würtemberg ab dem kommenden Wintersemester höhere Gebühren zahlen. Die Teilnahme an Lehrveranstaltungen kostet für diese Studenten künftig 200 Mark pro Semester. Ausweiskontrollen vor den Hörsälen wird es allerdings nicht geben.
akadpress / 7.7.1997
Köln: Neue Prüfungs- und Studienordnung für Sportjournalisten
Für angehende Sportjournalisten ist auch in Zukunft die Universität Köln die einzige und damit erste Adresse. Der Senat der Deutschen Sporthochschule Köln verabschiedete am Donnerstag eine neue Studienordnung, die als einen von fünf Schwerpunkten auf der Hauptstufe »Medien und Kommunikation« vorsieht. Nach der viersemestrigen Grundstufe können die Studenten sich auf den Gebieten Kommunikationswissenschaft, Sportpublizistik und dem praktischen Sportjournalismus üben. Angrenzende Fächer wie Psychologie, Soziologie und Ökonomie werden in die Ausbildung integriert, so daß den Absolventen eine Vielzahl von Berufsfeldern in Kommunikationsberufen offensteht.
akadpress / 7.7.1997
RCDS belohnt Existenzgründer
Der Ring Christlich Demokratischer Studenten, RCDS, feierte jetzt die Gewinner des studentischen Existenzgründerwettbewerbs. Der Wettbewerb stand unter dem Motto »Gegen den Strom schwimmen«. Beteiligen konnten sich daran Studierende, die ihre eigene Firma gegründet haben. Die Gewinner sind zwei BWL-Studenten aus Osnabrück. Mit nur zwei Telefonapparaten gründeten sie eine Telefonmarketingfirma. Heute, vier Jahre später, verfügen sie über 120 Telefonplätze und 210 Mitarbeiter und gehören demnach zu den Top Ten dieser Branche.
akadpress / 7.7.1997
Tübingen: Im Kuhkostüm gegen Studiengebühren
Mit einem der Love-Parade ähnlichen Umzug demonstrierten Tübinger Studenten gegen die Gebührenreform an Baden-Württembergs Hochschulen. Sie zogen mit lauter Techno-Musik durch das Universitätsviertel. Begleitet wurde der Zug von einem Wagen, auf dem ein Student im Kuhkostüm saß. Er verdeutlichte das Motto der Demonstration: We’re not the milkcows of the country – Wir sind nicht die Milchkühe des Landes. Gerichtet war die Veranstaltung gegen den neuen Beschluß des Stuttgarter Landtags. Demnach zahlen alle Studierende eine Rückmeldegebühr von 100 DM und Studierende über dem 13ten Semester eine Strafgebühr von 1000 DM.
akadpress / 1.7.1997
Deutschland bei Bildungsausgaben nur im Mittelfeld
In Deutschland erreichten die Ausgaben von Staat und Privaten für Schule, Hochschule, Aus- und Weiterbildung im Jahr 1993 5,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Wie das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln jetzt mitteilte, liegt die Bundesrepublik damit im OECD-Vergleich lediglich im Mittelfeld. Finnland und Dänemark haben – gemessen am Bruttoinlandsprodukt – unter allen Industrieländern die höchsten Bildungsausgaben. Bildung, Ausbildung und Weiterbildung haben hierzulande aber immer noch einen höheren Stellenwert als bei den vermeintlich so wißbegierigen Japanern, die für Bildungszwecke weniger als 5 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung bereitstellen.
akadpress / 1.7.1997
Köln: Studenten finanzieren Datenbank
Die Studentenschaft der Rechtswissenschaftlichen Fakultät hat dem Rechtswissenschaftlichen Seminar aus dem Haushalt der Fachschaft Jura 11.000 DM zur Verfügung gestellt. Damit wird die Einrichtung der Online-Datenbank »Juris« im Hauptseminar der Rechtswissenschaftlichen Fakultät möglich. Mit Hilfe dieser Datenbank können sich die Studierenden Gerichtsurteile der letzten Jahre online beschaffen. Bereits in den vergangenen drei Jahren hat die Studentenschaft dem Rechtswissenschaftlichen Seminar Mittel in ähnlicher Größenordnung übergegeben. Auch von diesen Geld wurden EDV-Geräte bzw. Software beschafft.
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