akadpress / 14.9.2008
GDS-Tagung: Kanonenfutter statt Helden
Begeistert zogen die Studenten in den Ersten Weltkrieg, aber dieser war nicht das erhoffte ritterliche Abenteuer. Vielmehr brachte er viele Enttäuschungen mit sich und für 20 Prozent der studentischen Teilnehmer den Tod. Über verschiedene Aspekte der studentischen Erlebnisse im Krieg informierte die von Marc Zirlewagen geleitete wissenschaftliche GDS-Tagung »Deutsche Studenten im Ersten Weltkrieg« vom 12. bis 14. September 2008 in Paderborn. Die Referenten von Hochschulen und Korporationen waren Frank Klauss (Studenten an der Front), Frank Grobe (TH-Burschenschafter im 1. WK), Prof. Dr. Trude Maurer (Studentinnen im 1. WK), Thomas Schindler (Jüdische Studenten im 1. WK), Dr. Harald Lönnecker (Sängerschafter im 1. WK), Raimund Lang (Studentische und universitäre Weltkriegs-Ehrenmale) sowie Prof. Dr. Boris Barth (Professoren, Studenten und die Legende vom Dolchstoß). Alle Vorträge verbanden inhaltliche Qualität und professionelle Präsentation. Entsprechend ergiebig waren jeweils die anschließenden Diskussionen. Eine Kooperation von GDS und Universität Paderborn hatte das Zustandekommen der Tagung erleichtert. Die Kooperation wird bei der nächsten GDS-Tagung »Von Halle nach Bologna – Hochschulreformen in historischer Perspektive« fortgeführt. Diese findet am 11./12. März 2009 im Liborianum Paderborn statt. Informationen erteilt PD Dr. Rainer Pöppinghege.
akadpress / 17.3.2008
Bayerisches Innenministerium streicht Burschenschaft Danubia aus Verfassungsschutzbericht
Einen Teilerfolg kann die vom ehemaligen Bonner Ministerialdirigenten Hans Merkel (CSU) gegründete Bürgerinitiative »Akademische Freiheit« bei ihrem Kampf im »Fall Jung/Danubia« verbuchen: Wie bei der Veröffentlichung des Verfassungsschutzberichtes für das Jahr 2007 am Montag in München bekannt wurde, hat das bayerische Innenministerium die Burschenschaft Danubia jetzt aus seinem Bericht gestrichen.
Der heutige Ministerpräsident Günther Beckstein hatte die traditionsreiche Studentenverbindung in seiner Funktion als Innenminister erstmals im Jahr 2001 unter dem Druck einer Medienkampagne als »extremistisch« eingestuft. Beckstein warf den jungen Studenten damals vor, sie hätten neben vielen anderen auch von seiner Behörde intern als »rechtsextremistisch« beurteilte Referenten zu Vorträgen eingeladen, konnte seinen Extremismusvorwurf damit allerdings nie ernsthaft begründen. Die Burschenschaft setze sich gegen die behördliche Stigmatisierung zur Wehr und weigerte sich unter Berufung auf das Grundrecht der Informationsfreiheit insbesondere dem Innenministerium ihre Referentenliste vorab zur Begutachtung vorzulegen. Seither führte Bayern die Studentenverbindung ohne Angabe von Gründen im jährlichen Verfassungsschutzbericht auf.
Eine neue Qualität erreichte das von nichtbayerischen Verfassungsschützern als »Provinzposse« bezeichnete Vorgehen, als Bayerns Behörden auf Intervention Becksteins dem jungen Münchner Rechtsanwalt Sascha Jung unter Hinweis auf seine Mitgliedschaft in der Studentenverbindung die Einstellung in den Staatsdienst verweigerten. Seither haben über 3.000 Bürger einen Appell unterzeichnet, in dem diese aufgefordert werden, Jung den Zugang zum Staatsdienst freizugeben und die Burschenschaft Danubia aus dem Verfassungsschutzbericht zu streichen.
Hunderte Bürger, darunter zahlreiche CSU-Mitglieder, intervenierten im Innenministerium persönlich gegen die Vorgehensweise im Fall Danubia. Da das Haus Beckstein ein Einlenken zunächst verweigerte, erhöhte die Studentenverbindung im Dezember letzten Jahres den Druck und verklagte den Freistaat wegen seines rechtswidrigen Vorgehens mit dem Ziel einer vollständigen Rehabilitierung.
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