Kurt U. Bertrams (Hrsg.), Studentenverbindungen in der DDR. 250 Seiten, Format 17 × 24,5 cm, fester Einband
Bereits ein Vierteljahrhundert vor der Wiedervereinigung entstanden an Universitäten und Hochschulen in der Deutschen Demokratischen Republik die ersten Studentenverbindungen – heimlich, getarnt als Singleclubs, in den relativen Freiräumen der Evangelischen oder Katholischen Studentengemeinden oder unter Aufsicht der Staats- und Parteiführung als Freundeskreis »Studentische Kulturgeschichte« im Kulturbund der DDR.
Sie entstanden vollkommen unabhängig von den Korporationen in der Bundesrepublik, ohne Kontakt zu diesen und von diesen auch nicht wahrgenommen.
Es fehlte an allem. Liederbücher wurden von Hand abgeschrieben, Couleurgegenstände auf Dachböden zusammengesucht und sogar Paukausrüstungen aus volkseigenem Material angefertigt.
Über allem schwebte die Gefahr der Entdeckung. Relegation von der Hochschule drohte, »Bewährung in der Produktion«. Mitglieder wurden vom Ministerium für Staatssicherheit verhört, umfangreiche Akten über sie angelegt. Und doch haben junge Studenten sich selbstverwaltende, parteiferne, traditionelle Strukturen geschaffen – Korporationen eben.
Das Buch zeigt anhand der Chroniken sämtlicher Verbindungen ihre Gründung und ihre weitere Geschichte auf, verfaßt von denjenigen, die dabei waren und alles selbst erlebt hatten. |