Heinz Gelhoit, Das Korporationswesen in Breslau. 311 Seiten, Format 17,5x24,5 cm, Hardcover.
Über Breslauer Korporationen gibt es einzelne Jubiläumschroniken und Aufsätze zu Detailfragen. Es fehlte bisher jedoch eine Gesamtdarstellung vielfältigen Verbindungswesens in der schlesischen Metropole für die Zeit von 1811 (Gründung der Universität) bis 1938, dem durch die NS-Machthaber herbeigeführten gewaltsamen Ende der Korporationen.
Diese Lücke schließt der Autor, der selbst 27 Jahre lang Archivar seiner Verbindung Marchia Breslau zu Aachen war, mit dem vorliegenden Buch.
Im ersten Teil stellt er die Entwicklung der Korporationen dar. ausgehend von den aus Frankfurt/Oder nach Breslau gekommenen »Kränzchen« zur späteren Vielfalt, eingebettet in die Hochschul- und Stadtgeschichte. Breslau war Ausgangspunkt der Befreiungskriege und des Lützower Freikorps, der Abspaltung der Altkatholiken und schließlich auch Zentrum der deutschen Maßnahmen bei der Volksabstimmung über das Schicksal Oberschlesiens 1921. Bei dem Aufstand nach dieser für Polen ungünstig verlaufenen Abstimmung haben sich die Korporierten fast geschlossen dem »Selbstschutz Oberschlesien – SSOS« angeschlossen.
Im zweiten Teil werden die Einzelkorporationen mit Gründungsdaten, Zirkel und farbigen Wappen sowie wesentlichen Ereignissen ihrer Geschichte vorgestellt. Dabei konnten in manchen Fällen auch die ehemaligen Verbindungshäuser im heutigen Stadtbild abgebildet und in einigen Fällen sogar frühere Bau-Unterlagen wiedergegeben werden. |